Pfarrer Theodor Fliedner
Erneuerer des apostolischen Diakonissenamtes und
Begründer des Diakoniewerkes in Kaiserswerth bei Düsseldorf
Auszug aus dem
Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon
Verlag Traugott Bautz, Band II (1990), Spalten 57-59
Autor: Friedrich Wilhelm Bautz
FLIEDNER, Theodor, Pfarrer,
Erneuerer des apostolischen Diakonissenamtes,
* 21.1. 1800 als Pfarrerssohn in Eppstein (Taunus), ? 4.10. 1864 in
Kaiserswerth (Rhein)
Seit 1822 wirkte F. als Pfarrer in
Kaiserswerth. Da die dortige Samtfabrik Bankrott machte, geriet die
kleine reformierte Diasporagemeinde in größte Not. Darum begab sich
F. auf Kollektenreisen durch das Bergische Land, nach Holland und
England. Im Lauf von 14 Monaten brachte er die für den weiteren
Bestand seiner Gemeinde nötigen Geldmittel zusammen. Gleichzeitig
lernte er Männer und Frauen, Vereine und Anstalten christlicher
Liebesarbeit kennen, u. a. Elizabeth Fry (s. d.), die Bahnbrecherin
der weiblichen Gefangenenfürsorge in England, und in holländischen
Mennonitengemeinden das Diakonissenamt.
Angeregt durch das Wirken der E.
Fry, begann nun auch F. seine Arbeit an den Gefangenen. Jeden
zweiten Sonntag wanderte er drei Jahre hindurch nach Düsseldorf, um
dort im Gefängnis die frohe Botschaft von dem Heiland der Sünder zu
verkündigen. Am Sonntagabend und Montagmorgen sprach er dann
seelsorgerlich mit den einzelnen Gefangenen. Damit begnügte sich F.
nicht. Er besuchte die meisten Gefängnisse in Rheinland und
Westfalen. Die Gefangenen waren in engen, schmutzigen Räumen, oft in
feuchten Kellern zusammengepfercht. Auch die halbwüchsigen Burschen,
die wegen eines geringen Vergehens zum ersten Mal ins Gefängnis
gekommen waren, saßen mit alten abgefeimten Verbrechern zusammen;
selbst Untersuchungsgefangene waren nicht von denen getrennt, die
eine langjährige Strafe zu verbüßen hatten. Niemand dachte daran,
durch geregelte Arbeit und strenge Aufsicht, durch Unterricht und
Seelsorge auf die Gefangenen erzieherisch einzuwirken.
F. gewann den Eindruck, dass die
Gefängnisse und Zuchthäuser Hochschulen des Verbrechens und Lasters
waren. Darum schaute er nach Hilfe aus und gründete am 18.6. 1826
die ?Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft?, die dafür sorgen
sollte, dass die Gefangenen nach Alter und Art ihrer Verbrechen
gesondert untergebracht und beschäftigt und Pfarrer und Lehrer für
sie angestellt würden. Auch sollte diese Gesellschaft, die
staatliche Genehmigung und Unterstützung fand, um die Betreuung der
Strafentlassenen bemüht sein. Für besonders notwendig hielt man die
Gründung eines Heims für weibliche Strafentlassene. F. erklärte sich
dazu bereit und nahm am 17.9. 1833 eine aus dem Zuchthaus in Werden
Entlassene vorläufig in sein Gartenhaus auf. -
F.s Bedeutung liegt jedoch auf
einem anderen Gebiet, auf dem der weiblichen Diakonie. Durch seine
Hausbesuche und Reisen kannte er die Not der Kranken. In vielen
Städten gab es keine Krankenhäuser, und die Pflege der Kranken in
den Anstalten der Großstädte war schlecht. F. kam der Gedanke, es
müssten junge Mädchen gefunden werden, die sich der Armen und Kranken
in dienender Liebe annahmen, wie es einst die Diakonissen der ersten
Christenheit getan hatten. Darum ging er zu den Amtsbrüdern in
Düsseldorf, Elberfeld, Barmen und Mettmann und bat sie, eine Anstalt
zu gründen, in der junge Mädchen auf den Beruf der Krankenpflege und
den Dienst in der Gemeinde ausgebildet würden. Sie lehnten alle ab
und erklärten ihm, er solle die Sache nur frisch in die Hand nehmen,
da er bei seiner Gemeinde von 200 Seelen die Zeit dazu habe und die
Stille des abgelegenen Kaiserswerth für eine solche Anstalt
besonders günstig sei.
Nun schaute sich Fliedner mit
seiner Gattin (s. Münster, Friederike) in der Stille um nach einem
für ein Hospital geeigneten Haus. Da wurde auf einmal das größte und
schönste Haus in Kaiserswerth für 2300 Taler zum Kauf angeboten. F.
kaufte es am 20.4. 1836, ohne zu wissen, woher er die Summe, die am
11.11. 1836 bezahlt werden sollte, erhalten werde. Sein Glaube aber
wurde nicht zuschanden; rechtzeitig war das Geld da. Dann gründete
F. den ?Rheinisch-Westfälischen Diakonissenverein?, dessen Statuten
am 30.5. 1836 in Düsseldorf unterzeichnet wurden.
Bei der Verwirklichung seiner
Pläne stieß F. auf viel Widerstand seitens der katholischen
Bevölkerung, fand aber auch auf evangelischer Seite wenig
Verständnis und Unterstützung. Die größte Schwierigkeit jedoch war,
geeignete Kräfte für den Diakonissenberuf zu gewinnen. Am 13.10.
1836 eröffnete F. in aller Dürftigkeit das Diakonissenhaus und nahm
drei Tage später als die erste Kranke eine katholische Magd auf. Am
20.10. trat die 48jährige Gertrud Reichardt (s. d.) als die erste
Diakonisse ein. Nach l4jähriger Ehe verlor F. 1842 seine Gattin
durch den Tod; aber Gott gab ihm ein Jahr später in Karoline
Bertheau (s. d.) eine Lebensgefährtin und Mitarbeiterin und seinen
verwaisten Kindern und Schwestern eine neue Mutter.
Um sich dem wachsenden
Diakonissenwerk ganz widmen zu können, legte F. 1849 sein Pfarramt
nieder. Er reiste nach Nordamerika, Jerusalem und Konstantinopel,
nach England, Frankreich und der Schweiz und gründete Stationen des
Kaiserswerther Mutterhauses oder regte die Gründung neuer
Diakonissenhäuser an. Als F. nach jahrelangem Lungenleiden starb,
gab es 30 Diakonissenhäuser mit 1600 Diakonissen. 425 davon gehörten
dem Kaiserswerther Mutterhaus an und arbeiteten auf mehr als 100
Stationen in vier Weltteilen.
Werke:
Kollektenreise nach Holl. u. Engl., 2 Bde., 1831; Kurze
Gesch. der Entstehung der ersten ev. Liebesanstalten in Kaiserswerth,
1856.
Gab heraus:
Liederb. f. Kleinkinderschulen, 1842;
Kaiserswerther Volkskal., seit 1842; Armen- u. Krankenfreund, seit
1849;
Buch der Märtyrer u. anderer Glaubenszeugen der ev. Kirche, 4
Bde., 1850 ff.

Theodor Fliedner im Kreise seiner Familie
Hier erhalten sie mehr Informationen über die Kaiserswerther
Diakonie:
http://www.kaiserswerther-diakonie.de
Bericht aus Evangelischer Kirchenzeitung
Pioniere der
Diakonie
Zum 200.
Geburtstag von Theodor und Friederike Fliedner
FRANKFURT
a.M. Sie waren ein Ehepaar, das sich den Herausforderungen
der Zeit und einer gemeinsamen Aufgabe stellte. Theodor
Fliedner, am 21. Januar 1800 in Eppstein geboren, und seine
nur vier Tage jüngere Ehefrau Friederike gründeten 1836 das
erste Diakonissen-Mutterhaus. Das Haus in Kaiserswerth war
nicht nur Grundstein für eine neuzeitliche Krankenpflege und
eine diakonische Haltung - von hier gingen auch viele
ökumenische Impulse, pädagogische Konzepte und Anstöße zur
sozialen Integration aus.
Von Karin
Vorländer
Pionier
der diakonischen Arbeit: Der vor 200 Jahren in
Eppstein geborene Theodor Fliedner gründete das
erste Diakonissen-Mutterhaus. |
Organisatorin,
Seelsorgerin, Mutter und Pfarrersfrau:
Friederike Fliedner wird die erste Vorsteherin
des 1836 gegründeten Mutterhauses in
Kaiserswerth. Sie stirbt 1842 an den Folgen
einer Totgeburt.
|
Er wurde als
Spross einer langen Pfarrer-Ahnenreihe in dem Taunus-Örtchen
Eppstein am 21. Januar 1800 geboren: Theodor Fliedner. Vom
Rationalismus seines Elternhauses geprägt, studiert er mit
17 Jahren Theologie und macht Bekanntschaft mit erweckten
Kreisen. Eine Stelle als Hauslehrer in Köln muss er
aufgeben, weil er seinem Arbeitgeber als "Pietist" untragbar
erscheint. So bewirbt er sich 1822 um eine miserabel
dotierte Pfarrstelle in Kaiserswerth.
Als vier Wochen nach Amtsantritt der wichtigste Arbeitgeber
des Ortes Pleite geht, unternimmt Fliedner eine
vierzehnmonatige Kollektenreise nach Holland und England, um
den Bestand seiner Gemeinde zu sichern. Von der britischen
Insel bringt er lebhafte Eindrücke von
missionarisch-diakonischen Initiativen mit. Zuallererst will
er die unerträgliche Lage der Strafgefangenen verbessern.
Sein Antrag, ihn einige Wochen mit den Gefangenen
einzuschließen, wird jedoch von der Regierung abgelehnt.
Lediglich Gottesdienste darf er halten. Um von seiner
Familie unabhängig zu werden, die seinen
sozialreformerischen Plänen skeptisch gegenübersteht,
beschließt Theodor Fliedner zu heiraten.
Er wirbt um die fromme Lehrerstochter Friederike Münster aus
Braunfels, die nur vier Tage jünger ist als er. Friederike
ist mit 28 Jahren über das Alter hinaus, in dem eine Frau
damals heiratete. Unansehnlich ist sie nicht - aber
eigenwillig. In einer Zeit, in der eine Frau noch nicht
einmal eine rechtskräftige Unterschrift leisten kann und
eine Bürgerstochter das Elternhaus nur verlässt, um zu
heiraten, arbeitet sie seit 1826 als Erzieherin für schwer
erziehbare Mädchen in der "Rettungsanstalt" Düsselthal. Denn
Friederike will nicht als brave Bürgerstocher zu Hause
sitzen und Wäsche säumen. Längst ehe es in Deutschland
Mitbestimmung in Betrieben gibt, legt sie sich mit der
Heimleitung an, die ihr in die Arbeit hineinredet - und wird
prompt gekündigt.

Das Pfarrhaus, in dem Theodor
Fliedners Vater tätig war, steht noch heute in Eppstein.
Ein Angebot,
in der Gefangenenfürsorge zu arbeiten, lehnen Vater und
Brüder für sie ab - und die Aussicht, als Gesellschafterin
tätig zu sein, findet sie nicht gerade verlockend.
Da kommt der
Werbebrief, den Theodor Fliedner ihr am 14. Januar 1828
schickt, wohl gerade recht - auch wenn der sich mehr nach
einer Stellenbeschreibung als nach einem Brautbrief anhört.
Ihr künftiger Mann sucht eine Frau, die "außer der Erfüllung
ihrer hausmütterlichen Pflichten in gewisser Hinsicht
Gemeindemutter sein, Arme und Kranke mit Liebe pflegen
helfen und in diesem Seelsorgern ihre Freude finden" soll.
Er bietet Mitarbeit in seinem Beruf an und betont zugleich,
dass er ",das Recht des Mannes, Herr im Haus zu sein, mit
Festigkeit zu behaupten gewohnt ist". Wobei das
Herr-im-Haus-Sein sich zeitlich und inhaltlich auf
Pattsituationen zwischen den Eheleuten beschränkt und sich
damit für seine Zeit als fortschrittlich erweist.
Als die beiden
am 15. April desselben Jahres heiraten, ist der Grundstein
für den Aufbau einer diakonisch-missionarischen
Pionierarbeit gelegt, die bald in ganz Deutschland und
darüber hinaus Nachahmer findet. Denn Theodor Fliedner hat
eine bestechende Idee: Könnte man nicht die brachliegenden
Kräfte unzähliger lediger Bürgerstöchter nutzen, um dem
wachsenden Elend des sich bildenden Industrieproletariats zu
begegnen? Inspiriert vom Neuen Testament will er das
Diakonissenamt erneuern: In einer verbindlichen geistlichen
Frauengemeinschaft auf Zeit sollen ledige Frauen in der
Krankenpflege, in der Erziehung, in der Gefangenenbetreuung
und in der Armenpflege arbeiten.
Als äußeres
Zeichen der Gleichstellung mit verheirateten Frauen tragen
sie die Tracht der Bürgersfrau und erhalten ein ansehnliches
Gehalt. Die Diakonissen werden auf zunächst fünf Jahre
verpflichtet - anders als katholische Nonnen legen sie
keinerlei Gelübde ab. Gebet und Arbeit sollen den Alltag
prägen - gegen übertriebenen ungeistlichen Arbeitseifer wird
ein täglicher Spaziergang verordnet. Der Beruf der
Diakonisse bietet in der Folgezeit Tausenden von ledigen
Frauen erstmals Ausbildung, Anerkennung und Berufsarbeit.
Friederike ist es, die den Plänen in die Praxis verhilft.
Sie ermutigt ihren Mann, ein eigenes Haus für die
Diakonissen zu erwerben. Sie sorgt dafür, dass das Haus
rechtzeitig mit allem Nötigen ausgestattet ist. 1833 gründen
die Eheleute im Pfarrhaus ein Asyl für entlassene weibliche
Strafgefangene. Bald folgt ein Kindergarten im Gartenhaus
des Pfarrhauses und ein Seminar zur Ausbildung
qualifizierter Kindergärtnerinnen. 1836 rufen die Fliedners
die Rheinisch Westfälische Diakonissenvereinigung ins Leben
und schaffen damit die Grundlagen der Pflegediakonie.
Weil sich keine geeignete Leiterin findet, wird Friederike
Vorsteherin des entstehenden Diakonissenmutterhauses und
schafft es, dem Pflegeberuf zur Eigenständigkeit gegenüber
Ärzten und Pfarrern, Verwaltungen und Behörden zu verhelfen.
Die in Kaiserswerth ausgebildeten Diakonissen finden im In-
und Ausland ",reißenden Absatz". Trotz ihrer wachsenden
Familie - sie ist in vierzehn Jahren elfmal schwanger - ist
Friederike ständig dienstlich unterwegs, um sich bei den
Vorständen der auswärtigen Arbeitsfelder für "ihre"
Diakonissen einzusetzen. Aber die Mehrfachbelastung als
Pfarrersfrau, Seelsorgerin, Mutter und berufstätige Frau
fordert einen hohen Preis: Sie stirbt 1842 an den Folgen
einer Totgeburt. Ihr früher Tod verhindert, dass sich ihre
eigenständigen Vorstellungen in der Mutterhausdiakonie
durchsetzen. Denn Theodor Fliedners zweite Frau Karoline
Bertheau betont anders als Friederike das Bild der
Diakonisse als gehorsame Gehilfin.
Auch die missglückte Revolution von 1848 trägt dazu bei,
dass sich in der Folgezeit der Akzent von der Ausbildung
mündiger Christinnen auf die Erziehung gehorsamer, allzeit
verfügbarer Untertaninnen verschiebt und es keinen Kontakt
zwischen der Frauenbewegung und der Frauendiakonie gibt.
Eine Entwicklung, die Friederike mit ihrem eigenständigen,
kämpferischen Sinn womöglich aufgehalten hätte. Theodor
Fliedners Grundidee allerdings, den Nöten einer neuen Zeit
mit neuen Mitteln zu begegnen, bleibt wegweisend. Als er am
4. Oktober 1864 stirbt, arbeiten 400 Kaiserswerther
Schwestern in 116 Arbeitsgebieten im In- und Ausland.
Tausende Frauen sind an den Kaiserswerther Seminaren
ausgebildet worden. |
Eine der
bekanntesten Schwestern lernte auch in den
Kaiserswerther Anstalten, Florence
Nightingale
"Meine
Phantasie ist von allem Unglück hier auf Erden so
erfüllt, dass es meiner Ansicht nach nur noch eins gibt,
was sich lohnt: anderen zu helfen und Mitgefühl zu
erweisen..." - Florence Nightingale (1820 - 1910)
Florence Nightingale war eine junge Christin aus einer
wohlhabenden und gebildeten Familie, welche sich in
ihrem Gewissen gedrängt fühlte, den Kranken und
Leidenden zu helfen. Ihre Lebensaufgabe - "Schwester"
aller Kranken und Leidenden zu sein, hat sie schon zu
Lebzeiten zu einer Legende gemacht. Als "Dame mit der
Lampe" ist sie dargestellt und einer der breiten
Öffentlichkeit bekannt geworden, und noch heute gilt sie
als Wegbereiterin der modernen Krankenpflege.
Die frühen Jahre
Florence Nightingale wurde am 15. Mai 1820 in Italien
geboren und nach ihrem Geburtsort Florenz auf den Namen
Florence getauft. Ihre Eltern, William Edward und
Frances Nightingale waren ein wohlhabendes Paar, die auf
ihrer Hochzeitsreise zwei Jahre lang Europa bereist
hatten. Während ihrer Reisen wurde ihre erste Tochter
Parthenope, in Neapel geboren (Parthenope ist der
Griechische Name für die Stadt Neapel), ein Jahr später
gefolgt von Florence.
Zurück in England verbrachten die Nightingales ihre Zeit
zwischen zwei Orten. In den Sommermonaten lebten sie in
Lea Hurst in Derbyshire, und zogen im Winter nach Embley
in Hampshire. Lea Hurst ist heute ein Altersheim und
Embley eine Schule.
Der Ruf Gottes
Florence und Parthenope wurden von ihrem in Cambridge
ausgebildeten Vater zu Hause unterrichtet. Florence war
ein akademisches Kind, die ihren Unterricht liebte und
sich mit dem Lernen leicht tat, während ihre Schwester
im Zeichnen und nähen glänzte.
Sie wuchs zu einer lebhaften und attraktiven jungen Frau
auf, die im Familienzirkel bewundert wurde. Die Familie
vermutete, dass sie eine gute Heirat machen würde (viele
versuchten ihre Gunst zu erwerben, allerdings ohne
Erfolg), aber Florence hatte andere Interessen.
Schon aus der Jugendzeit wird ihr starkes soziales
Interesse berichtet. Hierbei mag vielleicht der Geist
des Großvaters mütterlicherseits William Smith, eines
bekannten Mitstreiters aus der Antisklavereibewegung,
Einfluss gehabt haben.
So kam es dann dazu, dass sie fast zwanzigjährig mit
ihrer Rolle als wohlerzogenes englisches Mädchen brach.
1837, während eines Spaziergangs in den Gärten in Embley,
hatte Florence ein Erlebnis, das sie als ihren "Ruf"
beschrieben hat. Sie beschloss, sich aufgrund eines
Rufes durch Gott ("Gott sprach mit mir und berief mich
in seinen Dienst") entschloss, ihr Leben den Armen und
Kranken zu widmen. Dieser Entschluss, Krankenpflegerin
zu werden, stieß auf Ablehnung ihrer Eltern, denn damals
hatte die Tätigkeit einer Krankenschwester einen sehr
üblen Ruf. Heruntergekommene Anstalten, Alkoholkonsum
und die Tatsache, dass viele Krankenschwestern der Not
gehorchend ihren Beruf mit Prostitution verbanden, waren
in jener Zeit typische Elemente dieses Berufbildes.
Ihre Eltern lehnten ab, ihr zu erlauben, eine
Krankenschwester zu werden. In der Mitte des 19.
Jahrhunderts wurde es nicht als eine passende Ausbildung
für eine gut erzogene Frau betrachtet. Frauen aus gutem
Hause hatten in der damaligen Zeit nicht zu arbeiten.
Florence verfasste eine Anklageschrift, die sie
"Cassandra" nannte, einen flammenden Protest gegen die
erstickende Weiblichkeitsnorm ihrer Klasse, in dem sie
das Leben im goldenen Käfig verurteilte, und sich für
freiere Einfaltung auch für Frauen aus reicheren
Familien einsetzte. Trotz aller Bemühungen dauerte es
über zehn Jahre, bis ihre Familie einwilligte und sie
ihrer Berufung nachgehen konnte und Krankenschwester
wurde.

Die Jahre des Kampfes und
der Besuch von Kaiserswerth
Florence entwickelte ein Interesse an den Sozialfragen
der damaligen Zeit, machte Besuche in den Häusern der
kranken in den Dörfern der Umgebung und begann sich für
Krankenhäuser und den Beruf der Krankenschwester zu
interessieren. Ihre Erfahrungen sammelte die junge Frau
in Londoner und Edinburgher Krankenhäusern
In London lernte sie Elisabeth Fry kennen und war von
dieser Sozialreformerin sehr beeindruckt. Was sie aber
noch mehr beeindruckte und für die Zukunft prägte, war
der Einblick in die marode englische Krankenpflege. Ein
Grundübel war wohl neben den desolaten Zuständen in den
Krankenhäusern vor allem der Mangel an systematischer
Schulung der Pflegekräfte. Auf der Suche nach besseren
Lösungen des Problems durchzog Florence Nightingale
zusammen mit einigen Familienfreunden daraufhin in der
Mitte der 40er Jahre das europäische Festland. Bei
dieser Reise imponierte ihr besonders der hohe
Stellenwert einer sehr stark christlich motivierten
Krankenpflege, der es auch Menschen aus sozial besser
gestellten Familien erlaubte, sich zu betätigen.
Die Gruppe reiste nach Italien, Ägypten und
Griechenland, und kehrten im Juli 1850 über Deutschland
zurück, wo sie Pfarrer Theodor Fliedner’s Krankenhaus
und Schule für Diakonissen in Kaiserswerth neben
Düsseldorf besuchten, auf die sie schon 1842 durch den
preußischen Gesandten in London aufmerksam gemacht
worden war. Der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner
(1800-1864) hatte im Oktober 1836 hier ein Krankenhaus
und ein Diakonissenmutterhaus gegründet, mit dem Ziel,
den armen Kranken humanitäre Hilfe zu leisten. Diese
Einrichtung wurde zum Vorbild für die diakonischen
Anstalten in Deutschland und im Ausland.
Nachhaltig beeindruckt von der Arbeit in Kaiserswerth
trat sie 1849 als freiwillige Krankenpflegerin in die
Fliednerschen Anstalten ein und nahm an einem drei
Monate währenden Krankenschwesterkurs teil. Hier machte
sie sich, wie sie es sich selbst zum Ziel gesetzt hatte,
nicht nur mit dem Metier der Krankenpflegerin vertraut,
sondern sie lernte auch den guten Ausbildungsstand und
die perfekte Organisation dieser Anstalten schätzen.
Anschließend arbeitete sie bei den Barmherzigen
Schwestern in Paris. Mit den dort gewonnen Erfahrungen
übernahm sie mit Hilfe ihres privaten Vermögens 1853 in
England das heruntergewirtschaftete "Home for Sick
Governesses" in London, wo sie Oberin wird. Sie führte
dieses Heim, nicht nur durch ihr gutes
Organisationsvermögen auf eine solide Basis.
Die Krim Kriege
Im September 1853 beziehungsweise März 1854 hatten das
Osmanische Reich und das verbündete England und
Frankreich Russland den Krieg erklärt. Der Hauptkampf
ging um Sewastopol, das auch erobert wurde; ebenso
besiegten die Verbündeten die Russen in der Schlacht an
der Alma im September. Im Pariser Frieden von 1856
verzichtete Russland auf seine Kriegsflotte im Schwarzen
Meer (bis 1871) und trat Teile seiner besarabischen
Besitztümer ab - Preis für das schreckliche Gemetzel und
das grausame Schicksal der verwundeten und verstümmelten
Soldaten.
Das englische und türkische Sanitätswesen war völlig
rückständig und auf solche Schlachten mit zehntausenden
von Soldaten und tausenden von schweren Geschützen nicht
vorbereitet. Während auf französischer und russischer
Seite bereits Krankenschwestern im Einsatz waren,
fehlten den Engländern Ärzte und Pflegekräfte und
sanitätstechnische Einrichtungen. Nach einem Aufsehen
erregenden Bericht über die schreckliche Lage an der
Front und die medizinische Versorgung der britischen
Verwundeten in der Londoner "Times" schlug der britische
Kriegsminister Sidney Herbert vor, Florence Nightingale
solle die Pflege beim Heer organisieren.
Somit begann dann schließlich der Abschnitt im Leben von
Florence Nightingale, der ihren Ruhm bis heute
begründet:
Am 4. Oktober 1854 traf Florence Nightingale zusammen
mit 38 weiteren Krankenschwestern in einem Frontlazarett
in Skutari (Türkei) ein, um den Verwundeten im Krimkrieg
Beistand zu leisten. Sie erlebt dort die unvorstellbaren
Leiden der Verwundeten, für deren Betreuung keine
ausreichende Vorsorge getroffen war.
Unter äußerstem Einsatz half die von Nightingale
geführte Gruppe in den Lazaretten von Skutari den
englischen Kriegsverwundeten.
Nachdem sie die ersten Monate dort zusah wie über 4000
Soldaten starben, teilweise verschuldet durch die
miserablen hygienischen Umstände und alte
Behandlungsweisen, lies sie neue menschenwürdigere
Unterkünfte eröffnen, in denen die Soldaten deutlich
bessere Chancen hatten. Sie kämpfte erfolgreich gegen
den Mangel an Nahrung, an Hygiene und an
Sanitätsmaterial, gegen den engstirnigen Widerstand der
Heeresbürokratie, gegen die Cholera und andere
Krankheiten, an denen das britische Heer zugrunde ging.
Das neben dem unbeschreiblichen Elend des Krieges auch
noch eine Choleraepidemie und die mangelhaft
vorbereiteten Lazarette den Einsatz der Pflegerinnen
erschwerten, verdeutlicht im Nachhinein noch mehr die
außerordentliche organisatorische Leistung Nightingales.
Denn nicht nur Verwundete (im Jan 1855 waren es 10000
bei mittlerweile 85 Pflegerinnen) waren zu versorgen,
sondern auch sanitäre Anlagen zu planen und
einzurichten, Ungeziefer zu bekämpfen und den Genesenden
eine Erholungsstätte zu besorgen.
In den folgenden Monaten vervollständigte Florence
Nightingale die ausgewählte Gruppe durch weitere
Krankenschwestern und Helferinnen, die freiwillig
gekommen waren, so dass ihr bis Kriegsende 125
Pflegekräfte unterstanden.
Am Ende aber hatte sich die Mühe gelohnt, der
organisatorische Erfolg der Schwestern war
überwältigend; die Sterblichkeitsrate fiel von 42 auf 2
Prozent. Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus gingen
zurück. Zuweilen verköstigten sie bis zu 4.000 Männer,
und innerhalb von drei Monaten versorgten die Schwestern
etwa 10.000 Soldaten mit Kleidung und Gebrauchsgütern.
Ein gut organisiertes Pflegesystem für englische
Kriegskranke war entstanden. Als Organisatorin der
englischen Kriegskrankenpflege wird Florence Nightingale
zur Nationalheldin.
Doch standen nicht etwa Organisation oder Armee für sie
im Vordergrund ihres Wirkens. Ihr ging es in erster
Linie um die medizinische und geistliche Betreuung des
einzelnen verwundeten Menschen. Die Verehrung, die
Nightingales durch die Verwundeten erfuhr, zeigt
deutlich, wie ernst es ihr mit diesem Anliegen war. Mit
der Laterne in der Hand eilt sie nachts durch die
Krankensäle, um den Leidenden zu helfen und bei den
Sterbenden auszuharren. Die "Lady-in-Chief", wie
Florence genannt wurde, schrieb im Interesse der
Soldaten nach Hause. Sie fungierte als ein Bankier,
sendete die Löhne der Männer nach Hause zu ihren
Familien, und führte Leseräume im Krankenhaus ein.
Der Einsatz der weiblichen Krankenschwestern in den
militärischen Krankenhäusern war ein hervorragender
Erfolg, und die Nation zeigte Dankbarkeit für
Nightingales harte Arbeit. Eine Sammlung, die im
November 1855 durchgeführt wurde sollte ihr ermöglichen,
ihre Verbesserungen in den Zivilkrankenhäusern von
Großbritannien fortzusetzen.
Kurz vor Kriegsende erkrankte Florence selbst an Cholera
und wurde, vier Monate nachdem der Friedensvertrag
unterzeichnet wurde, gegen ihren Willen nach England
zurückgebracht, von da an sollte sie zeitlebens
kränklich sein.
Im November 1856 mietete sich Florence Nightingale in
einem Hotelzimmer in London ein. Dort arbeitete sie an
einer Kampagne mit, in der eine königliche Kommission
das Gesundheitswesen der britischen Armee untersuchte.
Sidney Herbert wurde zum Vorsitzenden ernannt. Sie nahm
den Kampf gegen Verwahrlosung von Spitälern und Kasernen
auf und entwarf Pflegevorschriften für die zivile und
militärische Krankenpflege. 1959 veröffentlichte
Florence ihre Erfahrungen im Krimkrieg im Buch "Notes of
Hospital".
Ab 1860 verfügte die britische Armee über eine
medizinische Schule, sehr verbesserte Armeekasernen und
Krankenhäuser und die besten Armeestatistiken in Europa.
Während der Dekade von 1862 waren ihre Hauptinteressen
die Gesundheit der Armee in Indien und im Zustand des
indischen öffentlichen Gesundheitswesens, die
Entwicklung der Bewässerung und das System des
Landbesitzes.
Nightingales Schule für
Krankenschwestern
Florence Nightingale’s größter Triumph war den Beruf der
Krankenschwester zum Niveau eines beachtlichen Berufs
für Frauen aufzuwerten. Ihr hat man es zu verdanken,
dass die Krankenpflege als Lehrberuf anerkannt ist. Ihre
größten Gegner auf dem Weg zu diesem Ziel waren die
Ärzte. Die Meisten hielten nichts von Krankenschwestern
und empfanden es als überflüssig, sie auszubilden. Ihr
war es zu verdanken, dass das Ansehen der
Krankenschwestern und Hebammen stieg, während diese auch
viel besser geschult wurden und dadurch ihre Arbeit
wesentlich besser leisten konnten.
1860, mit den allgemeinen Subskriptionen vom Nightingale
Kapital, eröffnete sie die Nightingale
Krankenpflegeschule für Krankenschwestern im St. Thomas
Krankenhaus - die erste Schwesternschule in England, in
der die Ausbildung zur Krankenschwester unter ärztlicher
Anleitung und nach modernen wissenschaftlichen Maßstäben
erfolgte. Mrs. Sarah Wardroper wurde der Kopf der neuen
Schule. Die Probekandidatkrankenschwestern empfingen
dort eine einjährige Ausbildung, die einige Vorträge
umfasste, hauptsächlich aber hatten sie praktische
Bezirkarbeit unter der Überwachung einer Bezirkschwester
zu leisten.
Im selben Jahr wurde Florence Nightingales bekanntestes
Werk, "Notes on Nursing", veröffentlicht. Es legte die
Prinzipien der Krankenschwesterarbeit dar: vorsichtige
Beobachtung und and Sensibilität zu den Wünschen der
Patienten. Ihr Werk wurde in elf Sprachen übersetzt und
wird auch heutzutage immer noch gedruckt.
1865 siedelte sie in die 10. South Street in Mayfair, im
West-End von London und abgesehen von gelegentlichen
Besuchen in Embley, Lea Hurst und bei ihrer Schwester in
Claydon House lebte sie bis zu ihrem Lebensende dort.
Von 1872 an widmete sie die meiste Aufmerksamkeit der
Organisation der Schule und fast jährlich für die
nächsten dreißig Jahre schrieb sie einen offenen Brief
an die Krankenschwestern und Probekandidaten, in welchem
sie Ratschläge und Worte der Ermutigung schrieb. Nach
Abschluss ihrer Ausbildung bekamen die
Abschlusskandidatinen Bücher und wurden von Florence
Nightingale zum Tee eingeladen. Einmal ausgebildet
wurden die Krankenschwestern zu den Krankenhäusern in
Großbritannien und auswärts geschickt um
Krankenschwesternschulen nach dem "Nightingale Model."
aufzubauen.
Florence Nightingales Buch "Life and Death in India"
(1874) legt Zeugnis ab, von ihrer Arbeit beim Aufbau der
königlichen Sanitätskommission für die indische Armee.
Im Rahmen dieser Arbeit entwarf sie auch das erste
Gesundheitsgesetz für Indien. Die von Nightingale
1870/71 geleitete "Nationale Gesellschaft für Kranke und
Verwundete" wurde später zum britischen Roten Kreuz.
Gesundheitswesen
Florence Nightingale’s Schreiben über Krankenhausplanung
und Organisation hatte einen profunden Effekt in England
und überall in der Welt. Sie war außerdem die
Hauptfürsprecherin vom "pavilion" Plan für Krankenhäuser
in England.
Wie ihr Freund, der Reformer des öffentlichen
Gesundheitswesens Edwin Chadwick, glaubte Florence
Nightingale dass Infektionen spontan in schmutzigen und
schlecht gelüfteten Plätzen entstehen würden. Dieser
irrtümliche Glaube hat dennoch zu Verbesserungen in der
Hygiene und im gesünderen Leben und in den
Arbeitsbereichen geführt.
Florence Nightingale beriet und unterstützte auch
William Rathbone in der Entwicklung von
Bezirksschwesternschulen in Liverpool und viele
Schwestern, die in ihren Schulen ausgebildet wurden,
wurden Pioniere in diesem Feld.
Am 22. August 1864 - wurde auf Initiative des
schweizerischen Philanthropen Henry Dunant (1828-1910)
das Rote Kreuz gegründet, das seitdem stark zur
Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten in den
Kriegen beigetragen hat. Henri Dunant erklärte 1872:
"Wohl bin ich der Gründer des Roten Kreuzes und der
Schöpfer der Genfer Konvention. Aber die Ehre, die mir
deswegen zuteil geworden ist, habe ich mit einer
englischen Frau zu teilen. Was mich während des Krieges
von 1859 dazu brachte, nach Italien auf das Schlachtfeld
von Solferino zu gehen und dort zu helfen, war das große
Vorbild, das Florence Nightingale uns auf der Krim
gegeben hatte."
Im Alter
Obwohl Florence Nightingale wegen ihrer Krim-Erfahrung
viele Jahre krank und bettlägerig war, warb sie
unermüdlich darum, Gesundheitsstandards zu verbessern
und verfasste etwa 200 Bücher, Abhandlungen, Berichte
und Flugschriften über soziale Probleme.
In Anerkennung ihrer harten Arbeit verlieh Queen
Victoria ihr 1883 das königliche rote Kreuz. Im hohen
alter noch empfing sie viele Ehrungen, mitunter empfing
sie 1907 als erste Frau den britischen Orden für hohe
Verdienste um das britische Reich und die Menschheit.
Mit 87 Jahren wurde sie zur Ehrenbürgerin Londons
ernannt.
Florence Nightingale starb zu Hause im Alter von 90
Jahren am 13. August 1910. Man hatte vor, sie im
Westminster zu begraben, das war der bescheidenen Frau
allerdings zuviel Rummel, sie verbat es testamentarisch
und wurde, ihrem Wünschen gerecht, im St. Margaret’s,
East Wellow, in der Nähe des Elternhauses in Embley Park
begraben.
Florence Nightingale war mehr als eine romantische
Heldin. Wenn man heute ihre Verdienste würdigt, so sind
es in der Regel drei Aspekte, die eine besondere
Erwähnung erfordern. Zunächst einmal hat sie
entscheidende Anregungen zur Verbesserung und Reform
eines gesetzlichen Gesundheitswesens gegeben. Durch eine
Modifizierung des deutschen Mutterhaussystems, wie sie
es in Kaiserswerth kennen gelernt hatte, hat sie das
mittlerweile weltweite System der Nightingale-Schulen
geschaffen. In diesen Schulen war und ist eine gute
Erziehung und Ausbildung der Krankenschwestern oberstes
Ziel. Daneben steht der Name Florence Nightingale vor
allem auch für die Er- und Einrichtung von Hospitälern.
So wird sie vielfach zu Recht als die Begründerin der
modernen Krankenpflege bezeichnet. Ein zweiter Aspekt
des Wirkens von ihr, der heute nur allzu leicht
vergessen wird, ist ihr Beitrag zur Emanzipation der
Frau. Ihr Bemühen, den Krankenschwestern durch eine gute
Ausbildung einen geachteten Beruf zu verschaffen,
gewinnt an Bedeutung, wenn man ihn im Zusammenhang mit
dem Bestreben der damaligen Frauenbewegung sieht,
Bildung und Ausbildung der Frauen zu heben. Schließlich
hat sie sich noch bleibende Verdienste im Bereich der
Versorgung von Kriegsverwundeten erworben. H. Dunant
hatte wohl recht, wenn er in Florence Nightingales
vorbildhaftes Wirken den Anstoß für das Rote Kreuz und
die Genfer Konvention sah. |
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