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Evangelisches Seniorenwohn- und Pflegezentrum Bramfeld 

Theodor Fliedner Haus    

Berner Chaussee 37 - 41

Die Adresse für stationäre Altenpflege in Hamburg – Bramfeld

   Tel. 040 - 64 60 45 0       

 Zertifiziert nach dem Diakonie-Siegel  Pflege

 

                                                                                                                                                                    10.05.2012

 

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Theodor Fliedner


Der Namensgeber unseres Hauses    

  
 

Pfarrer Theodor Fliedner

Erneuerer des apostolischen Diakonissenamtes und Begründer des Diakoniewerkes in Kaiserswerth bei Düsseldorf

Auszug aus dem Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon
Verlag Traugott Bautz, Band II (1990), Spalten 57-59

Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

FLIEDNER, Theodor, Pfarrer, Erneuerer des apostolischen Diakonissenamtes,
* 21.1. 1800 als Pfarrerssohn in Eppstein (Taunus), ? 4.10. 1864 in Kaiserswerth (Rhein)

Seit 1822 wirkte F. als Pfarrer in Kaiserswerth. Da die dortige Samtfabrik Bankrott machte, geriet die kleine reformierte Diasporagemeinde in größte Not. Darum begab sich F. auf Kollektenreisen durch das Bergische Land, nach Holland und England. Im Lauf von 14 Monaten brachte er die für den weiteren Bestand seiner Gemeinde nötigen Geldmittel zusammen. Gleichzeitig lernte er Männer und Frauen, Vereine und Anstalten christlicher Liebesarbeit kennen, u. a. Elizabeth Fry (s. d.), die Bahnbrecherin der weiblichen Gefangenenfürsorge in England, und in holländischen Mennonitengemeinden das Diakonissenamt.

Angeregt durch das Wirken der E. Fry, begann nun auch F. seine Arbeit an den Gefangenen. Jeden zweiten Sonntag wanderte er drei Jahre hindurch nach Düsseldorf, um dort im Gefängnis die frohe Botschaft von dem Heiland der Sünder zu verkündigen. Am Sonntagabend und Montagmorgen sprach er dann seelsorgerlich mit den einzelnen Gefangenen. Damit begnügte sich F. nicht. Er besuchte die meisten Gefängnisse in Rheinland und Westfalen. Die Gefangenen waren in engen, schmutzigen Räumen, oft in feuchten Kellern zusammengepfercht. Auch die halbwüchsigen Burschen, die wegen eines geringen Vergehens zum ersten Mal ins Gefängnis gekommen waren, saßen mit alten abgefeimten Verbrechern zusammen; selbst Untersuchungsgefangene waren nicht von denen getrennt, die eine langjährige Strafe zu verbüßen hatten. Niemand dachte daran, durch geregelte Arbeit und strenge Aufsicht, durch Unterricht und Seelsorge auf die Gefangenen erzieherisch einzuwirken.

F. gewann den Eindruck, dass die Gefängnisse und Zuchthäuser Hochschulen des Verbrechens und Lasters waren. Darum schaute er nach Hilfe aus und gründete am 18.6. 1826 die ?Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft?, die dafür sorgen sollte, dass die Gefangenen nach Alter und Art ihrer Verbrechen gesondert untergebracht und beschäftigt und Pfarrer und Lehrer für sie angestellt würden. Auch sollte diese Gesellschaft, die staatliche Genehmigung und Unterstützung fand, um die Betreuung der Strafentlassenen bemüht sein. Für besonders notwendig hielt man die Gründung eines Heims für weibliche Strafentlassene. F. erklärte sich dazu bereit und nahm am 17.9. 1833 eine aus dem Zuchthaus in Werden Entlassene vorläufig in sein Gartenhaus auf. -

F.s Bedeutung liegt jedoch auf einem anderen Gebiet, auf dem der weiblichen Diakonie. Durch seine Hausbesuche und Reisen kannte er die Not der Kranken. In vielen Städten gab es keine Krankenhäuser, und die Pflege der Kranken in den Anstalten der Großstädte war schlecht. F. kam der Gedanke, es müssten junge Mädchen gefunden werden, die sich der Armen und Kranken in dienender Liebe annahmen, wie es einst die Diakonissen der ersten Christenheit getan hatten. Darum ging er zu den Amtsbrüdern in Düsseldorf, Elberfeld, Barmen und Mettmann und bat sie, eine Anstalt zu gründen, in der junge Mädchen auf den Beruf der Krankenpflege und den Dienst in der Gemeinde ausgebildet würden. Sie lehnten alle ab und erklärten ihm, er solle die Sache nur frisch in die Hand nehmen, da er bei seiner Gemeinde von 200 Seelen die Zeit dazu habe und die Stille des abgelegenen Kaiserswerth für eine solche Anstalt besonders günstig sei.

Nun schaute sich Fliedner mit seiner Gattin (s. Münster, Friederike) in der Stille um nach einem für ein Hospital geeigneten Haus. Da wurde auf einmal das größte und schönste Haus in Kaiserswerth für 2300 Taler zum Kauf angeboten. F. kaufte es am 20.4. 1836, ohne zu wissen, woher er die Summe, die am 11.11. 1836 bezahlt werden sollte, erhalten werde. Sein Glaube aber wurde nicht zuschanden; rechtzeitig war das Geld da. Dann gründete F. den ?Rheinisch-Westfälischen Diakonissenverein?, dessen Statuten am 30.5. 1836 in Düsseldorf unterzeichnet wurden.

Bei der Verwirklichung seiner Pläne stieß F. auf viel Widerstand seitens der katholischen Bevölkerung, fand aber auch auf evangelischer Seite wenig Verständnis und Unterstützung. Die größte Schwierigkeit jedoch war, geeignete Kräfte für den Diakonissenberuf zu gewinnen. Am 13.10. 1836 eröffnete F. in aller Dürftigkeit das Diakonissenhaus und nahm drei Tage später als die erste Kranke eine katholische Magd auf. Am 20.10. trat die 48jährige Gertrud Reichardt (s. d.) als die erste Diakonisse ein. Nach l4jähriger Ehe verlor F. 1842 seine Gattin durch den Tod; aber Gott gab ihm ein Jahr später in Karoline Bertheau (s. d.) eine Lebensgefährtin und Mitarbeiterin und seinen verwaisten Kindern und Schwestern eine neue Mutter.

Um sich dem wachsenden Diakonissenwerk ganz widmen zu können, legte F. 1849 sein Pfarramt nieder. Er reiste nach Nordamerika, Jerusalem und Konstantinopel, nach England, Frankreich und der Schweiz und gründete Stationen des Kaiserswerther Mutterhauses oder regte die Gründung neuer Diakonissenhäuser an. Als F. nach jahrelangem Lungenleiden starb, gab es 30 Diakonissenhäuser mit 1600 Diakonissen. 425 davon gehörten dem Kaiserswerther Mutterhaus an und arbeiteten auf mehr als 100 Stationen in vier Weltteilen.


Werke:
Kollektenreise nach Holl. u. Engl., 2 Bde., 1831; Kurze Gesch. der Entstehung der ersten ev. Liebesanstalten in Kaiserswerth, 1856.

Gab heraus:
Liederb. f. Kleinkinderschulen, 1842; Kaiserswerther Volkskal., seit 1842; Armen- u. Krankenfreund, seit 1849;
Buch der Märtyrer u. anderer Glaubenszeugen der ev. Kirche, 4 Bde., 1850 ff.

 

 

Theodor Fliedner im Kreise seiner Familie

Hier erhalten sie mehr Informationen über die Kaiserswerther Diakonie:

http://www.kaiserswerther-diakonie.de

 
Bericht aus Evangelischer Kirchenzeitung

Pioniere der Diakonie

Zum 200. Geburtstag von Theodor und Friederike Fliedner

FRANKFURT a.M. Sie waren ein Ehepaar, das sich den Herausforderungen der Zeit und einer gemeinsamen Aufgabe stellte. Theodor Fliedner, am 21. Januar 1800 in Eppstein geboren, und seine nur vier Tage jüngere Ehefrau Friederike gründeten 1836 das erste Diakonissen-Mutterhaus. Das Haus in Kaiserswerth war nicht nur Grundstein für eine neuzeitliche Krankenpflege und eine diakonische Haltung - von hier gingen auch viele ökumenische Impulse, pädagogische Konzepte und Anstöße zur sozialen Integration aus.

Von Karin Vorländer

Theodor FliednerPionier der diakonischen Arbeit: Der vor 200 Jahren in Eppstein geborene Theodor Fliedner gründete das erste Diakonissen-Mutterhaus.
Friederike FliednerOrganisatorin, Seelsorgerin, Mutter und Pfarrersfrau: Friederike Fliedner wird die erste Vorsteherin des 1836 gegründeten Mutterhauses in Kaiserswerth. Sie stirbt 1842 an den Folgen einer Totgeburt.

Er wurde als Spross einer langen Pfarrer-Ahnenreihe in dem Taunus-Örtchen Eppstein am 21. Januar 1800 geboren: Theodor Fliedner. Vom Rationalismus seines Elternhauses geprägt, studiert er mit 17 Jahren Theologie und macht Bekanntschaft mit erweckten Kreisen. Eine Stelle als Hauslehrer in Köln muss er aufgeben, weil er seinem Arbeitgeber als "Pietist" untragbar erscheint. So bewirbt er sich 1822 um eine miserabel dotierte Pfarrstelle in Kaiserswerth.
Als vier Wochen nach Amtsantritt der wichtigste Arbeitgeber des Ortes Pleite geht, unternimmt Fliedner eine vierzehnmonatige Kollektenreise nach Holland und England, um den Bestand seiner Gemeinde zu sichern. Von der britischen Insel bringt er lebhafte Eindrücke von missionarisch-diakonischen Initiativen mit. Zuallererst will er die unerträgliche Lage der Strafgefangenen verbessern. Sein Antrag, ihn einige Wochen mit den Gefangenen einzuschließen, wird jedoch von der Regierung abgelehnt. Lediglich Gottesdienste darf er halten. Um von seiner Familie unabhängig zu werden, die seinen sozialreformerischen Plänen skeptisch gegenübersteht, beschließt Theodor Fliedner zu heiraten.
Er wirbt um die fromme Lehrerstochter Friederike Münster aus Braunfels, die nur vier Tage jünger ist als er. Friederike ist mit 28 Jahren über das Alter hinaus, in dem eine Frau damals heiratete. Unansehnlich ist sie nicht - aber eigenwillig. In einer Zeit, in der eine Frau noch nicht einmal eine rechtskräftige Unterschrift leisten kann und eine Bürgerstochter das Elternhaus nur verlässt, um zu heiraten, arbeitet sie seit 1826 als Erzieherin für schwer erziehbare Mädchen in der "Rettungsanstalt" Düsselthal. Denn Friederike will nicht als brave Bürgerstocher zu Hause sitzen und Wäsche säumen. Längst ehe es in Deutschland Mitbestimmung in Betrieben gibt, legt sie sich mit der Heimleitung an, die ihr in die Arbeit hineinredet - und wird prompt gekündigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Pfarrhaus, in dem Theodor Fliedners Vater tätig war, steht noch heute in Eppstein.

Ein Angebot, in der Gefangenenfürsorge zu arbeiten, lehnen Vater und Brüder für sie ab - und die Aussicht, als Gesellschafterin tätig zu sein, findet sie nicht gerade verlockend.

Da kommt der Werbebrief, den Theodor Fliedner ihr am 14. Januar 1828 schickt, wohl gerade recht - auch wenn der sich mehr nach einer Stellenbeschreibung als nach einem Brautbrief anhört. Ihr künftiger Mann sucht eine Frau, die "außer der Erfüllung ihrer hausmütterlichen Pflichten in gewisser Hinsicht Gemeindemutter sein, Arme und Kranke mit Liebe pflegen helfen und in diesem Seelsorgern ihre Freude finden" soll. Er bietet Mitarbeit in seinem Beruf an und betont zugleich, dass er ",das Recht des Mannes, Herr im Haus zu sein, mit Festigkeit zu behaupten gewohnt ist". Wobei das Herr-im-Haus-Sein sich zeitlich und inhaltlich auf Pattsituationen zwischen den Eheleuten beschränkt und sich damit für seine Zeit als fortschrittlich erweist.
 

Als die beiden am 15. April desselben Jahres heiraten, ist der Grundstein für den Aufbau einer diakonisch-missionarischen Pionierarbeit gelegt, die bald in ganz Deutschland und darüber hinaus Nachahmer findet. Denn Theodor Fliedner hat eine bestechende Idee: Könnte man nicht die brachliegenden Kräfte unzähliger lediger Bürgerstöchter nutzen, um dem wachsenden Elend des sich bildenden Industrieproletariats zu begegnen? Inspiriert vom Neuen Testament will er das Diakonissenamt erneuern: In einer verbindlichen geistlichen Frauengemeinschaft auf Zeit sollen ledige Frauen in der Krankenpflege, in der Erziehung, in der Gefangenenbetreuung und in der Armenpflege arbeiten.
 

Als äußeres Zeichen der Gleichstellung mit verheirateten Frauen tragen sie die Tracht der Bürgersfrau und erhalten ein ansehnliches Gehalt. Die Diakonissen werden auf zunächst fünf Jahre verpflichtet - anders als katholische Nonnen legen sie keinerlei Gelübde ab. Gebet und Arbeit sollen den Alltag prägen - gegen übertriebenen ungeistlichen Arbeitseifer wird ein täglicher Spaziergang verordnet. Der Beruf der Diakonisse bietet in der Folgezeit Tausenden von ledigen Frauen erstmals Ausbildung, Anerkennung und Berufsarbeit. Friederike ist es, die den Plänen in die Praxis verhilft. Sie ermutigt ihren Mann, ein eigenes Haus für die Diakonissen zu erwerben. Sie sorgt dafür, dass das Haus rechtzeitig mit allem Nötigen ausgestattet ist. 1833 gründen die Eheleute im Pfarrhaus ein Asyl für entlassene weibliche Strafgefangene. Bald folgt ein Kindergarten im Gartenhaus des Pfarrhauses und ein Seminar zur Ausbildung qualifizierter Kindergärtnerinnen. 1836 rufen die Fliedners die Rheinisch Westfälische Diakonissenvereinigung ins Leben und schaffen damit die Grundlagen der Pflegediakonie.
Weil sich keine geeignete Leiterin findet, wird Friederike Vorsteherin des entstehenden Diakonissenmutterhauses und schafft es, dem Pflegeberuf zur Eigenständigkeit gegenüber Ärzten und Pfarrern, Verwaltungen und Behörden zu verhelfen. Die in Kaiserswerth ausgebildeten Diakonissen finden im In- und Ausland ",reißenden Absatz". Trotz ihrer wachsenden Familie - sie ist in vierzehn Jahren elfmal schwanger - ist Friederike ständig dienstlich unterwegs, um sich bei den Vorständen der auswärtigen Arbeitsfelder für "ihre" Diakonissen einzusetzen. Aber die Mehrfachbelastung als Pfarrersfrau, Seelsorgerin, Mutter und berufstätige Frau fordert einen hohen Preis: Sie stirbt 1842 an den Folgen einer Totgeburt. Ihr früher Tod verhindert, dass sich ihre eigenständigen Vorstellungen in der Mutterhausdiakonie durchsetzen. Denn Theodor Fliedners zweite Frau Karoline Bertheau betont anders als Friederike das Bild der Diakonisse als gehorsame Gehilfin.
Auch die missglückte Revolution von 1848 trägt dazu bei, dass sich in der Folgezeit der Akzent von der Ausbildung mündiger Christinnen auf die Erziehung gehorsamer, allzeit verfügbarer Untertaninnen verschiebt und es keinen Kontakt zwischen der Frauenbewegung und der Frauendiakonie gibt. Eine Entwicklung, die Friederike mit ihrem eigenständigen, kämpferischen Sinn womöglich aufgehalten hätte. Theodor Fliedners Grundidee allerdings, den Nöten einer neuen Zeit mit neuen Mitteln zu begegnen, bleibt wegweisend. Als er am 4. Oktober 1864 stirbt, arbeiten 400 Kaiserswerther Schwestern in 116 Arbeitsgebieten im In- und Ausland. Tausende Frauen sind an den Kaiserswerther Seminaren ausgebildet worden.

 

Eine der bekanntesten Schwestern lernte auch in den

Kaiserswerther Anstalten, Florence Nightingale

 

"Meine Phantasie ist von allem Unglück hier auf Erden so erfüllt, dass es meiner Ansicht nach nur noch eins gibt, was sich lohnt: anderen zu helfen und Mitgefühl zu erweisen..." - Florence Nightingale (1820 - 1910)

Florence Nightingale war eine junge Christin aus einer wohlhabenden und gebildeten Familie, welche sich in ihrem Gewissen gedrängt fühlte, den Kranken und Leidenden zu helfen. Ihre Lebensaufgabe - "Schwester" aller Kranken und Leidenden zu sein, hat sie schon zu Lebzeiten zu einer Legende gemacht. Als "Dame mit der Lampe" ist sie dargestellt und einer der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden, und noch heute gilt sie als Wegbereiterin der modernen Krankenpflege.

Die frühen Jahre

Florence Nightingale wurde am 15. Mai 1820 in Italien geboren und nach ihrem Geburtsort Florenz auf den Namen Florence getauft. Ihre Eltern, William Edward und Frances Nightingale waren ein wohlhabendes Paar, die auf ihrer Hochzeitsreise zwei Jahre lang Europa bereist hatten. Während ihrer Reisen wurde ihre erste Tochter Parthenope, in Neapel geboren (Parthenope ist der Griechische Name für die Stadt Neapel), ein Jahr später gefolgt von Florence.
Zurück in England verbrachten die Nightingales ihre Zeit zwischen zwei Orten. In den Sommermonaten lebten sie in Lea Hurst in Derbyshire, und zogen im Winter nach Embley in Hampshire. Lea Hurst ist heute ein Altersheim und Embley eine Schule.

Der Ruf Gottes

Florence und Parthenope wurden von ihrem in Cambridge ausgebildeten Vater zu Hause unterrichtet. Florence war ein akademisches Kind, die ihren Unterricht liebte und sich mit dem Lernen leicht tat, während ihre Schwester im Zeichnen und nähen glänzte.
Sie wuchs zu einer lebhaften und attraktiven jungen Frau auf, die im Familienzirkel bewundert wurde. Die Familie vermutete, dass sie eine gute Heirat machen würde (viele versuchten ihre Gunst zu erwerben, allerdings ohne Erfolg), aber Florence hatte andere Interessen.
Schon aus der Jugendzeit wird ihr starkes soziales Interesse berichtet. Hierbei mag vielleicht der Geist des Großvaters mütterlicherseits William Smith, eines bekannten Mitstreiters aus der Antisklavereibewegung, Einfluss gehabt haben.

So kam es dann dazu, dass sie fast zwanzigjährig mit ihrer Rolle als wohlerzogenes englisches Mädchen brach.
1837, während eines Spaziergangs in den Gärten in Embley, hatte Florence ein Erlebnis, das sie als ihren "Ruf" beschrieben hat. Sie beschloss, sich aufgrund eines Rufes durch Gott ("Gott sprach mit mir und berief mich in seinen Dienst") entschloss, ihr Leben den Armen und Kranken zu widmen. Dieser Entschluss, Krankenpflegerin zu werden, stieß auf Ablehnung ihrer Eltern, denn damals hatte die Tätigkeit einer Krankenschwester einen sehr üblen Ruf. Heruntergekommene Anstalten, Alkoholkonsum und die Tatsache, dass viele Krankenschwestern der Not gehorchend ihren Beruf mit Prostitution verbanden, waren in jener Zeit typische Elemente dieses Berufbildes.
Ihre Eltern lehnten ab, ihr zu erlauben, eine Krankenschwester zu werden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es nicht als eine passende Ausbildung für eine gut erzogene Frau betrachtet. Frauen aus gutem Hause hatten in der damaligen Zeit nicht zu arbeiten.

Florence verfasste eine Anklageschrift, die sie "Cassandra" nannte, einen flammenden Protest gegen die erstickende Weiblichkeitsnorm ihrer Klasse, in dem sie das Leben im goldenen Käfig verurteilte, und sich für freiere Einfaltung auch für Frauen aus reicheren Familien einsetzte. Trotz aller Bemühungen dauerte es über zehn Jahre, bis ihre Familie einwilligte und sie ihrer Berufung nachgehen konnte und Krankenschwester wurde.

 



Die Jahre des Kampfes und der Besuch von Kaiserswerth

Florence entwickelte ein Interesse an den Sozialfragen der damaligen Zeit, machte Besuche in den Häusern der kranken in den Dörfern der Umgebung und begann sich für Krankenhäuser und den Beruf der Krankenschwester zu interessieren. Ihre Erfahrungen sammelte die junge Frau in Londoner und Edinburgher Krankenhäusern

In London lernte sie Elisabeth Fry kennen und war von dieser Sozialreformerin sehr beeindruckt. Was sie aber noch mehr beeindruckte und für die Zukunft prägte, war der Einblick in die marode englische Krankenpflege. Ein Grundübel war wohl neben den desolaten Zuständen in den Krankenhäusern vor allem der Mangel an systematischer Schulung der Pflegekräfte. Auf der Suche nach besseren Lösungen des Problems durchzog Florence Nightingale zusammen mit einigen Familienfreunden daraufhin in der Mitte der 40er Jahre das europäische Festland. Bei dieser Reise imponierte ihr besonders der hohe Stellenwert einer sehr stark christlich motivierten Krankenpflege, der es auch Menschen aus sozial besser gestellten Familien erlaubte, sich zu betätigen.

Die Gruppe reiste nach Italien, Ägypten und Griechenland, und kehrten im Juli 1850 über Deutschland zurück, wo sie Pfarrer Theodor Fliedner’s Krankenhaus und Schule für Diakonissen in Kaiserswerth neben Düsseldorf besuchten, auf die sie schon 1842 durch den preußischen Gesandten in London aufmerksam gemacht worden war. Der evangelische Pfarrer Theodor Fliedner (1800-1864) hatte im Oktober 1836 hier ein Krankenhaus und ein Diakonissenmutterhaus gegründet, mit dem Ziel, den armen Kranken humanitäre Hilfe zu leisten. Diese Einrichtung wurde zum Vorbild für die diakonischen Anstalten in Deutschland und im Ausland.

Nachhaltig beeindruckt von der Arbeit in Kaiserswerth trat sie 1849 als freiwillige Krankenpflegerin in die Fliednerschen Anstalten ein und nahm an einem drei Monate währenden Krankenschwesterkurs teil. Hier machte sie sich, wie sie es sich selbst zum Ziel gesetzt hatte, nicht nur mit dem Metier der Krankenpflegerin vertraut, sondern sie lernte auch den guten Ausbildungsstand und die perfekte Organisation dieser Anstalten schätzen. Anschließend arbeitete sie bei den Barmherzigen Schwestern in Paris. Mit den dort gewonnen Erfahrungen übernahm sie mit Hilfe ihres privaten Vermögens 1853 in England das heruntergewirtschaftete "Home for Sick Governesses" in London, wo sie Oberin wird. Sie führte dieses Heim, nicht nur durch ihr gutes Organisationsvermögen auf eine solide Basis.

Die Krim Kriege

Im September 1853 beziehungsweise März 1854 hatten das Osmanische Reich und das verbündete England und Frankreich Russland den Krieg erklärt. Der Hauptkampf ging um Sewastopol, das auch erobert wurde; ebenso besiegten die Verbündeten die Russen in der Schlacht an der Alma im September. Im Pariser Frieden von 1856 verzichtete Russland auf seine Kriegsflotte im Schwarzen Meer (bis 1871) und trat Teile seiner besarabischen Besitztümer ab - Preis für das schreckliche Gemetzel und das grausame Schicksal der verwundeten und verstümmelten Soldaten.

Das englische und türkische Sanitätswesen war völlig rückständig und auf solche Schlachten mit zehntausenden von Soldaten und tausenden von schweren Geschützen nicht vorbereitet. Während auf französischer und russischer Seite bereits Krankenschwestern im Einsatz waren, fehlten den Engländern Ärzte und Pflegekräfte und sanitätstechnische Einrichtungen. Nach einem Aufsehen erregenden Bericht über die schreckliche Lage an der Front und die medizinische Versorgung der britischen Verwundeten in der Londoner "Times" schlug der britische Kriegsminister Sidney Herbert vor, Florence Nightingale solle die Pflege beim Heer organisieren.

Somit begann dann schließlich der Abschnitt im Leben von Florence Nightingale, der ihren Ruhm bis heute begründet:

Am 4. Oktober 1854 traf Florence Nightingale zusammen mit 38 weiteren Krankenschwestern in einem Frontlazarett in Skutari (Türkei) ein, um den Verwundeten im Krimkrieg Beistand zu leisten. Sie erlebt dort die unvorstellbaren Leiden der Verwundeten, für deren Betreuung keine ausreichende Vorsorge getroffen war.

Unter äußerstem Einsatz half die von Nightingale geführte Gruppe in den Lazaretten von Skutari den englischen Kriegsverwundeten.

Nachdem sie die ersten Monate dort zusah wie über 4000 Soldaten starben, teilweise verschuldet durch die miserablen hygienischen Umstände und alte Behandlungsweisen, lies sie neue menschenwürdigere Unterkünfte eröffnen, in denen die Soldaten deutlich bessere Chancen hatten. Sie kämpfte erfolgreich gegen den Mangel an Nahrung, an Hygiene und an Sanitätsmaterial, gegen den engstirnigen Widerstand der Heeresbürokratie, gegen die Cholera und andere Krankheiten, an denen das britische Heer zugrunde ging.

Das neben dem unbeschreiblichen Elend des Krieges auch noch eine Choleraepidemie und die mangelhaft vorbereiteten Lazarette den Einsatz der Pflegerinnen erschwerten, verdeutlicht im Nachhinein noch mehr die außerordentliche organisatorische Leistung Nightingales. Denn nicht nur Verwundete (im Jan 1855 waren es 10000 bei mittlerweile 85 Pflegerinnen) waren zu versorgen, sondern auch sanitäre Anlagen zu planen und einzurichten, Ungeziefer zu bekämpfen und den Genesenden eine Erholungsstätte zu besorgen.

In den folgenden Monaten vervollständigte Florence Nightingale die ausgewählte Gruppe durch weitere Krankenschwestern und Helferinnen, die freiwillig gekommen waren, so dass ihr bis Kriegsende 125 Pflegekräfte unterstanden.

Am Ende aber hatte sich die Mühe gelohnt, der organisatorische Erfolg der Schwestern war überwältigend; die Sterblichkeitsrate fiel von 42 auf 2 Prozent. Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus gingen zurück. Zuweilen verköstigten sie bis zu 4.000 Männer, und innerhalb von drei Monaten versorgten die Schwestern etwa 10.000 Soldaten mit Kleidung und Gebrauchsgütern. Ein gut organisiertes Pflegesystem für englische Kriegskranke war entstanden. Als Organisatorin der englischen Kriegskrankenpflege wird Florence Nightingale zur Nationalheldin.

Doch standen nicht etwa Organisation oder Armee für sie im Vordergrund ihres Wirkens. Ihr ging es in erster Linie um die medizinische und geistliche Betreuung des einzelnen verwundeten Menschen. Die Verehrung, die Nightingales durch die Verwundeten erfuhr, zeigt deutlich, wie ernst es ihr mit diesem Anliegen war. Mit der Laterne in der Hand eilt sie nachts durch die Krankensäle, um den Leidenden zu helfen und bei den Sterbenden auszuharren. Die "Lady-in-Chief", wie Florence genannt wurde, schrieb im Interesse der Soldaten nach Hause. Sie fungierte als ein Bankier, sendete die Löhne der Männer nach Hause zu ihren Familien, und führte Leseräume im Krankenhaus ein.

Der Einsatz der weiblichen Krankenschwestern in den militärischen Krankenhäusern war ein hervorragender Erfolg, und die Nation zeigte Dankbarkeit für Nightingales harte Arbeit. Eine Sammlung, die im November 1855 durchgeführt wurde sollte ihr ermöglichen, ihre Verbesserungen in den Zivilkrankenhäusern von Großbritannien fortzusetzen.

Kurz vor Kriegsende erkrankte Florence selbst an Cholera und wurde, vier Monate nachdem der Friedensvertrag unterzeichnet wurde, gegen ihren Willen nach England zurückgebracht, von da an sollte sie zeitlebens kränklich sein.

Im November 1856 mietete sich Florence Nightingale in einem Hotelzimmer in London ein. Dort arbeitete sie an einer Kampagne mit, in der eine königliche Kommission das Gesundheitswesen der britischen Armee untersuchte. Sidney Herbert wurde zum Vorsitzenden ernannt. Sie nahm den Kampf gegen Verwahrlosung von Spitälern und Kasernen auf und entwarf Pflegevorschriften für die zivile und militärische Krankenpflege. 1959 veröffentlichte Florence ihre Erfahrungen im Krimkrieg im Buch "Notes of Hospital".

Ab 1860 verfügte die britische Armee über eine medizinische Schule, sehr verbesserte Armeekasernen und Krankenhäuser und die besten Armeestatistiken in Europa. Während der Dekade von 1862 waren ihre Hauptinteressen die Gesundheit der Armee in Indien und im Zustand des indischen öffentlichen Gesundheitswesens, die Entwicklung der Bewässerung und das System des Landbesitzes.

Nightingales Schule für Krankenschwestern

Florence Nightingale’s größter Triumph war den Beruf der Krankenschwester zum Niveau eines beachtlichen Berufs für Frauen aufzuwerten. Ihr hat man es zu verdanken, dass die Krankenpflege als Lehrberuf anerkannt ist. Ihre größten Gegner auf dem Weg zu diesem Ziel waren die Ärzte. Die Meisten hielten nichts von Krankenschwestern und empfanden es als überflüssig, sie auszubilden. Ihr war es zu verdanken, dass das Ansehen der Krankenschwestern und Hebammen stieg, während diese auch viel besser geschult wurden und dadurch ihre Arbeit wesentlich besser leisten konnten.

1860, mit den allgemeinen Subskriptionen vom Nightingale Kapital, eröffnete sie die Nightingale Krankenpflegeschule für Krankenschwestern im St. Thomas Krankenhaus - die erste Schwesternschule in England, in der die Ausbildung zur Krankenschwester unter ärztlicher Anleitung und nach modernen wissenschaftlichen Maßstäben erfolgte. Mrs. Sarah Wardroper wurde der Kopf der neuen Schule. Die Probekandidatkrankenschwestern empfingen dort eine einjährige Ausbildung, die einige Vorträge umfasste, hauptsächlich aber hatten sie praktische Bezirkarbeit unter der Überwachung einer Bezirkschwester zu leisten.

Im selben Jahr wurde Florence Nightingales bekanntestes Werk, "Notes on Nursing", veröffentlicht. Es legte die Prinzipien der Krankenschwesterarbeit dar: vorsichtige Beobachtung und and Sensibilität zu den Wünschen der Patienten. Ihr Werk wurde in elf Sprachen übersetzt und wird auch heutzutage immer noch gedruckt.

1865 siedelte sie in die 10. South Street in Mayfair, im West-End von London und abgesehen von gelegentlichen Besuchen in Embley, Lea Hurst und bei ihrer Schwester in Claydon House lebte sie bis zu ihrem Lebensende dort.

Von 1872 an widmete sie die meiste Aufmerksamkeit der Organisation der Schule und fast jährlich für die nächsten dreißig Jahre schrieb sie einen offenen Brief an die Krankenschwestern und Probekandidaten, in welchem sie Ratschläge und Worte der Ermutigung schrieb. Nach Abschluss ihrer Ausbildung bekamen die Abschlusskandidatinen Bücher und wurden von Florence Nightingale zum Tee eingeladen. Einmal ausgebildet wurden die Krankenschwestern zu den Krankenhäusern in Großbritannien und auswärts geschickt um Krankenschwesternschulen nach dem "Nightingale Model." aufzubauen.

Florence Nightingales Buch "Life and Death in India" (1874) legt Zeugnis ab, von ihrer Arbeit beim Aufbau der königlichen Sanitätskommission für die indische Armee. Im Rahmen dieser Arbeit entwarf sie auch das erste Gesundheitsgesetz für Indien. Die von Nightingale 1870/71 geleitete "Nationale Gesellschaft für Kranke und Verwundete" wurde später zum britischen Roten Kreuz.

Gesundheitswesen

Florence Nightingale’s Schreiben über Krankenhausplanung und Organisation hatte einen profunden Effekt in England und überall in der Welt. Sie war außerdem die Hauptfürsprecherin vom "pavilion" Plan für Krankenhäuser in England.

Wie ihr Freund, der Reformer des öffentlichen Gesundheitswesens Edwin Chadwick, glaubte Florence Nightingale dass Infektionen spontan in schmutzigen und schlecht gelüfteten Plätzen entstehen würden. Dieser irrtümliche Glaube hat dennoch zu Verbesserungen in der Hygiene und im gesünderen Leben und in den Arbeitsbereichen geführt.

Florence Nightingale beriet und unterstützte auch William Rathbone in der Entwicklung von Bezirksschwesternschulen in Liverpool und viele Schwestern, die in ihren Schulen ausgebildet wurden, wurden Pioniere in diesem Feld.

Am 22. August 1864 - wurde auf Initiative des schweizerischen Philanthropen Henry Dunant (1828-1910) das Rote Kreuz gegründet, das seitdem stark zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten in den Kriegen beigetragen hat. Henri Dunant erklärte 1872: "Wohl bin ich der Gründer des Roten Kreuzes und der Schöpfer der Genfer Konvention. Aber die Ehre, die mir deswegen zuteil geworden ist, habe ich mit einer englischen Frau zu teilen. Was mich während des Krieges von 1859 dazu brachte, nach Italien auf das Schlachtfeld von Solferino zu gehen und dort zu helfen, war das große Vorbild, das Florence Nightingale uns auf der Krim gegeben hatte."

Im Alter

Obwohl Florence Nightingale wegen ihrer Krim-Erfahrung viele Jahre krank und bettlägerig war, warb sie unermüdlich darum, Gesundheitsstandards zu verbessern und verfasste etwa 200 Bücher, Abhandlungen, Berichte und Flugschriften über soziale Probleme.

In Anerkennung ihrer harten Arbeit verlieh Queen Victoria ihr 1883 das königliche rote Kreuz. Im hohen alter noch empfing sie viele Ehrungen, mitunter empfing sie 1907 als erste Frau den britischen Orden für hohe Verdienste um das britische Reich und die Menschheit. Mit 87 Jahren wurde sie zur Ehrenbürgerin Londons ernannt.

Florence Nightingale starb zu Hause im Alter von 90 Jahren am 13. August 1910. Man hatte vor, sie im Westminster zu begraben, das war der bescheidenen Frau allerdings zuviel Rummel, sie verbat es testamentarisch und wurde, ihrem Wünschen gerecht, im St. Margaret’s, East Wellow, in der Nähe des Elternhauses in Embley Park begraben.

Florence Nightingale war mehr als eine romantische Heldin. Wenn man heute ihre Verdienste würdigt, so sind es in der Regel drei Aspekte, die eine besondere Erwähnung erfordern. Zunächst einmal hat sie entscheidende Anregungen zur Verbesserung und Reform eines gesetzlichen Gesundheitswesens gegeben. Durch eine Modifizierung des deutschen Mutterhaussystems, wie sie es in Kaiserswerth kennen gelernt hatte, hat sie das mittlerweile weltweite System der Nightingale-Schulen geschaffen. In diesen Schulen war und ist eine gute Erziehung und Ausbildung der Krankenschwestern oberstes Ziel. Daneben steht der Name Florence Nightingale vor allem auch für die Er- und Einrichtung von Hospitälern. So wird sie vielfach zu Recht als die Begründerin der modernen Krankenpflege bezeichnet. Ein zweiter Aspekt des Wirkens von ihr, der heute nur allzu leicht vergessen wird, ist ihr Beitrag zur Emanzipation der Frau. Ihr Bemühen, den Krankenschwestern durch eine gute Ausbildung einen geachteten Beruf zu verschaffen, gewinnt an Bedeutung, wenn man ihn im Zusammenhang mit dem Bestreben der damaligen Frauenbewegung sieht, Bildung und Ausbildung der Frauen zu heben. Schließlich hat sie sich noch bleibende Verdienste im Bereich der Versorgung von Kriegsverwundeten erworben. H. Dunant hatte wohl recht, wenn er in Florence Nightingales vorbildhaftes Wirken den Anstoß für das Rote Kreuz und die Genfer Konvention sah.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

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Stand: 10.05.12