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Evangelisches Seniorenwohn- und Pflegezentrum Bramfeld 

Theodor Fliedner Haus    

Berner Chaussee 37 - 41

Die Adresse für stationäre Altenpflege in Hamburg – Bramfeld

   Tel. 040 - 64 60 45 0       

 Zertifiziert nach dem Diakonie-Siegel  Pflege

 

                                                                                                                                                                    10.05.2012

 

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Zur Geschichte des Theodor Fliedner Hauses  -  1936 bis 2006

 

1936 

Das erste Theodor Fliedner Haus stand in der Westerstraße 13-15, in der Nähe des Hauptbahnhofs, hinter dem Postamt Hühnerposten. Von 1936 bis 1961 wurde dort Altenpflege betrieben. Das Haus war seinerzeit durch die Landeskirche vom Verein "Herberge zur Heimat" übernommen worden. Die entscheidenden Impulse sind wohl vom Pastor Gotthold Donndorf ausgegangen, der 1935 in den Vorstand des Vereins " Herberge zur Heimat" eingetreten war und zu diesem Zeitpunkt das Landeskirchliche Amt für innere Mission leitete. In einer Vorstandssitzung vom September 1936 wird auf Vorschlag von Pastor Donndorf der Name des Altenheimes beschlossen. Das Haus heißt nun, "Theodor Fliedner Haus, Evangelisches Heim Westerstrasse."

  

Klostertor Ecke Westerstraße gez. von Hermann Funke                        Heute stehen nur noch wenige alten Häuser z.B. Münzstr.

Der genaue Standort                

Links Klostertor Nr.3, Baudatum konnte nicht ermittelt werden, ursprünglich Wohnhaus, später Kontorhaus. Eckhaus Klostertor Nr.4, erbaut als Wohnhaus um 1860, später Hotel "Metz", dann Kontorhaus. Ganz rechts Westerstraße 13-15. Die frühere Benennung der Straße war    "Zimmerstraße 1", ehemalige Herberge zur Heimat.

Luftaufnahme ca. 1928.  Das alte TFH ist unter dem gelben Pfeil deutlich zu erkennen. Links oben der Hauptbahnhof.

            

Die Aufnahme links ist aus den 50er Jahren.      Luftbild von 2001. Die meisten Häuser wurden in den 60er Jahren abgerissen und nicht wieder aufgebaut.        Bild von www.Luftbilder .de

 

Im Februar 1883 wurde die Bauanzeige für die Herberge zur Heimat gestellt. Erbaut wurde das Haus dann 1886 von den Architekten Staumann und Zinnow auf einer Fläche von 480qm in 4 geschossiger Bauweise. 1936 übernahm die Landeskirche das Grundstück vom Verein Herberge zur Heimat zur Nutzung als Altenheim. Im Juni 1936 wurde umfangreich umgebaut. Trägerkonstruktionen wurden eingezogen und verputzt sowie die Erweiterung der Heizungsanlage mit einem zusätzlichen Schornstein. Im März 1938 wird die Kellerbeheizung ausgebaut mit einer Warmwasserheizanlage und ein zusätzliches Zimmer wurde im Dachgeschoss eingebaut. Im September 1940 wird die Heizung von Kohle auf Gas umgestellt.

 

         

Hier in diesem schönen, alten Haus fing alles an.     Und Heute, hier etwa hat das alte TFH gestanden

Ein Bild des TFH aus der Westerstraße. Wann dieses Photo gemacht wurde ist z.zt. noch unbekannt. Über den mittleren Fenstern im Erdgeschoss war der Name -Theodor Fliedner Haus- in den Stein gehauen. Über der rechten Eingangstür konnte man noch das Wort - Herberge - lesen, als einem verblichenen Hinweis auf die ursprünglichen Bestimmung des Hauses.

 

Auf diesem Bild gut zu sehen der Name des Hauses. Eine Bewohner/in beobachtet durch das Fenster den Photographen auf der anderen Straßenseite. Im Vordergrund rechts wahrscheinlich eine Straßenbeleuchtung noch mit Gas.

 

Das Theodor Fliedner Haus in der Westerstraße war kein reines Pflegeheim sondern eher ein Altenwohnheim. Von den 60 Bewohnern des Hauses waren ca.16-20 Bewohner pflegebedürftig. Verwirrte oder psychisch kranke Menschen oder besonders pflegeintensive Bewohner konnten nicht versorgt werden. Teilweise mussten auffällige oder schwierige Bewohner von ihren Angehörigen wieder aus dem Altenheim herausgenommen werden, weil sie " nicht tragbar" waren.

 

Die Katastrophe im Sommer 1943

 

  Juli 1943 - Hamburg wird durch schwere Luftangriffe zerstört, 35000 Tote.

Im Sommer 1943,( 24.-27. Juli) als Hamburg von schweren Luftangriffen zerstört wurde, hat man die Bewohner nach Süddeutschland in die Diakonieanstalt Neuendettelsau evakuiert. Sie waren hier teilweise in einem Saal untergebracht und mussten ihr restliches Hab und Gut in der Westerstraße lassen. Besonders dramatisch war die "Flucht" aus dem zerstörten Hamburg. Über Neumünster       (staatliches Pflegeheim) ging es in einer wahren Odyssee nach Nürnberg und dann nach Neuendettelsau, wo man eine neue Bleibe fand.

Die Flucht aus Hamburg war für die alten Menschen ein dramatisches Erlebnis. Schon unterwegs mussten einige Bewohner zurück gelassen werden weil sie die Anstrengungen der Zug und LKW Fahrten nicht mehr aushielten. Viele verstarben daraufhin im September 43.

Über die Flucht aus dem brennenden Hamburg gibt es einen Bericht der damaligen Pflege und Heimleiterin Adelheid Crome. Lesen sie bitte dieses zeitgeschichtlich wertvolle Dokument auf unserer Seite - Hintergründe

 

Die  Bewohner kamen bis zum Kriegsende nicht mehr in das Haus an der Westerstraße zurück. Die Behörde hatte das Haus übernommen und es gab ein allgemeines Zuzugsverbot für das Stadtgebiet von Hamburg. Erst im Juni 1946 erging ein Befehl durch den damaligen Flüchtlingskommissar der Besatzungsmächte, dass alle Flüchtlinge in die Heimat zurück gebracht werden sollten. Wer wann wieder nach Hamburg kam ist unklar. Zunächst kamen die noch übrig gebliebenen Bewohner des TFH nach 8 Tagen von Neuendettelsau nach Gemünden in ein Lager.

Aus einem Schreiben des Direktorium Neuendettelsau an die Leitung des TFH in der Westerstraße.

"Nunmehr erreicht uns die Nachricht, dass sich die lieben Alten in Ockholm bei Husum befinden und doch so gerne nach Hamburg möchten. Wir wollen Sie nun bitten, dass Sie sich der Leute annehmen und vielleicht doch erreichen dass sie in ihre Heimat gelangen... "

 

Es gibt über das TFH nicht viel Information aus dieser schrecklichen Zeit und umso bedrückender ist die Tatsache das aus der Diakonieanstalt Neuendettelsau sowie auch aus staatlichen Pflegeheimen während dieser Jahre hunderte von psychisch Kranken und behinderten Menschen in Vernichtungslager abtransportiert wurden.

Ab 1945

Nach dem Krieg gab es wieder ein Altenheim in der Westerstraße, dass alte Gebäude hatte die Kriegswirren scheinbar ohne erhebliche Schäden überstanden obwohl es in unmittelbarer Umgebung durch Bombentreffer stark brannte und viele umliegende Gebäude zerstört waren.

Im Jahr 1959 begannen Verkaufsverhandlungen zwischen der Landeskirche und der Deutschen Bundespost. Im Januar 1960 wurde das Grundstück mit dem Haus an die Post verkauft mit einem Nutzungsrecht bis 31.12.61

Am 29.12.1960 wurde vom Landeskirchenamt die Schließung des Theodor Fliedner Hauses in der Westerstraße, zum 30.Juni 1961 bekannt gegeben.

 

Ein neues Theodor Fliedner Haus in der Berner Chaussee 37 in Hamburg Bramfeld

1961 wurde das erste reine Pflegeheim der Hamburger Landeskirche gebaut. Es war mit 50% 4-Bettzimmern, für damalige Verständnisse ein sehr modernes Haus, wenn man bedenkt, dass andere Häuser zum Teil noch in 6-10-Bettzimmern pflegten.

Am 20. Oktober 1961 erfolgte der Umzug nach Hamburg Bramfeld in die Berner Chaussee 37

   Das Theodor Fliedner Haus 1962

Doch schon nach 25 Jahren entsprach dieses Haus nicht mehr den Anforderungen einer zeitgerechten Pflegeeinrichtung. Ein Umbau wurde geplant. Das Ziel war, ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer mit eigener Toilette und Dusche zu erhalten.

1972 wurden im mittleren Teil des Hauses zusätzliche Doppelzimmer errichtet, eine Maßnahme die aber nur kurzfristig die Situation verbesserte. Es fehlten nicht nur die Einzelzimmer sondern im ganzen Haus auch Funktionsräume für die Pflege, Sanitäreinrichtungen und Gemeinschaftsräume.

Schon bald stellte sich heraus, dass neue fachgerechte Anforderungen im alten Gebäudekern nicht mehr zu verwirklichen waren.

Postkartenansicht aus den 60er Jahren

 

  Mitte der 80`er Jahre

 

1985 Pläne für einen Umbau des Hauses werden nach langer Vorplanung wieder verworfen.

1988 wurde eine Neubauplanung ins Auge gefasst, die nach vielen Planungsschritten und Hindernissen nun doch auf dem „alten Standort" Berner Chaussee 37 umgesetzt werden sollte.

1991 Das Diakoniewerk des Kirchenkreises Alt-Hamburg wird neuer Träger des TFH.

 

Pressebericht über das TFH 1992

1996 kommt der entscheidende Durchbruch, als der Kirchenkreis Alt Hamburg einen Investor für die Finanzierung des Neubaus vorstellt. Jetzt geht alles sehr schnell.

1997 Am 22. April  zogen Bewohner und Mitarbeiter mit "Sack und Pack" in eine neue Bleibe. Für die Bauzeit von 1,5 Jahren vermietete uns der Landesbetrieb Krankenhäuser die stillgelegte Frauenklinik in der Bülowstraße in Altona.

 

Mit den Profis vom DRK hatten wir ein tolles Team für den Umzug der Bewohner/innen.

       

Firma Krosanke kümmerte sich um das Mobiliar.     Auch die Presse dokumentiert den reibungslosen Umzug.

 

   

Das TFH ist während die Neubauzeit in der Bülowstraße in Altona untergebracht, gleich neben dem Kinderkrankenhaus.

  

Nach der aufwendigen Renovierung der Räume war von einem ehemaligen Krankenhaus nichts mehr zu spüren. Das Team der Mitarbeiter war sich der Bedeutung des Umzugs für unsere Bewohner bewusst. Viele Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen haben noch schöne Erinnerungen an diese eineinhalb Jahre in der Bülowstraße in Altona.

 

Am 11. Juli 97 wird nach 36 jährigem Bestehen das alte Theodor Fliedner Haus abgerissen und mit den Ausschachtarbeiten für den Neubau begonnen.

       

Die Entsorgungsarbeiten im Inneren des Hauses sind fast abgeschlossen. Auch die " Villa", ein Nebengebäude auf dem Grundstück muss abgerissen werden. Bis 1994 hatten hier noch drei Bewohnerinnen gewohnt, danach hatten die Mitarbeiter der Therapie ihre Büros in der Villa.

            

Es war einmal .. 1961                                Ein letzter Gruß, mit Vorfreude auf das Neue !

 

      

Zwei schwere Bagger beginnen am 11.7.97 ihr Werk.              Die Villa ist innerhalb eines Tages verschwunden.

Die Bagger leisten ganze Arbeit, der Schornstein wird mit Getöse eingerissen und fällt in die Tiefe.

   

Von den Pflegebüros ist nichts mehr übrig, auch der Speisesaal ist weg. Die letzten 4 Bett Zimmer stehen kurz vor dem Abriss.

        

Nur noch Fassade steht, wo einst Doppelzimmer waren.    Die Küche und die Aufgestockten Doppelzimmer müssen weichen.

Es ist vollbracht. Nur noch wenige Kubikmeter und das alte Theodor Fliedner Haus ist verschwunden. Die Abbruchfirma leistete eine sehr gute Arbeit, alles lief ohne Komplikationen ab.

Jetzt kann es losgehen, ein Kran steht schon bereit. Das neue TFH kann entstehen.

 

Am 21. Oktober 1997 erfolgte die Grundsteinlegung für das neue Theodor Fliedner Haus

       Bauleitung

Alle Beteiligten, Evangelische Kirche / Kirchenkreis Alt-Hamburg, Investor, Architekt und die Bauausführende Firma legen den Grundstein für ein modernes, großzügiges Pflegezentrum in Hamburg Bramfeld.

       Herr Müller

Verlesen der Urkunde zu Grundsteinlegung des neuen TFH durch Propst Petters vom Kirchenkreis Alt-Hamburg. Bild rechts: Unser Geschäftsführer im Diakoniewerk des Kirchenkreises Alt-Hamburg, Herr Müller  übergibt die Dokumente zur Grundsteinlegung.

 

Richtfest am 20. Mai 1998

        

Der Heimleiter des Theodor Fliedner Hauses, Herr Michael Scheer        Die verantwortlichen Herren des Kirchenreis Alt Hamburg, der Investor, die Bauleitung.

1998

Der Einzug in das neue evangelische „Senioren Wohn- und Pflegezentrum Bramfeld Theodor Fliedner Haus" fand am 26. November statt, rund 10 Jahre nach den ersten Planungen für einen Neubau des Hauses.

Frontansicht des neuen TFH mit Durchgang zum Innenhof

 

 2006

Das Theodor Fliedner Haus hat sich nach dem Diakonie Siegel Pflege zertifiziert.

 

70 Jahre Altenpflegeheim Theodor Fliedner Haus. Davon 45 Jahre in der Berner Chaussee 37 in Bramfeld.

 

 

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Stand: 10.05.12